Schäfflertanz 2013

Schäfflergruppe 2013

Letzter Schäfflertanz für sieben Jahre am Faschingsdienstag

 

Über 100 Tänze an drei Wochenenden

 

„Ob´s stürmt oder schneit, ob die Sonne uns lacht, der Tag glühend heiß oder eiskalt die Nacht. Verschneit sind die Gesichter, doch froh ist unser Sinn. Es tanzen die Schäffler im Schneesturm dahin.“, lautet die erste Strophe des Schäfflerliedes. Das Jahrhunderte alte Lied beschreibt die vergangenen drei Tanzwochenende der Veldener Schäffler auf wunderbare Weise.

 

Tatsächlich war es für die 20 Schäffler, die sechs Kasperl, die beiden Reifenschwinger Martin Gschaider und Berni Weindl, die beiden Fasschlager Hans Neudecker und Rainer Maier, den Kronenträger Max Nitzl sowie die Fasslbuam keine leichte Aufgabe bei Regen, Schneefall und schneidiger Kälte das straffe Programm mit bis zu 21 Tänzen an einem Tag abzuspielen. Wenn auch nur im Hintergrund aktiv, spielt die sogenannte „Vorhut“ dabei eine besondere Rolle, wenn es darum geht, den Terminplan einzuhalten. Die alte Garde um die Altschäffler Josef Granich, Martin Pitz, Lambert Brenniner, Erwin Holzner, Erich Holzinger und Markus Zehetbauer sind der Tanzgruppe immer eine Station voraus und sorgen mit Räum- und Absperrdienst und Beleuchtung in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr für einen reibungslosen Ablauf.

 

Nach über 100 Tänzen im Markt Velden, in Taufkirchen, Vilsbiburg, Frontenhausen und Landshut war der Schäfflertanz in Velden am Faschingsdienstag zum letzten Mal für sieben Jahre zu sehen. Mit Wehmut wurde der letzte Tanz im Scheinwerferlicht am Vorplatz des Apolls, am Faschingsdienstag, vor mehreren Hundert Zuschauern aufgeführt. Ein Pflichttermin für alle Freunde der Schäffler mit besonderem Flair.

 

Die Musikanten um ihren Dirigenten Bartl Zur stimmen das bekannte Schäfflerlied „Aber heid is koid...“ ein und auf das Zeichen des Vortänzers Max Klaffl zeigten sie die Tanzfolge mit Einmarsch, Haus, Mühlrad, Kreuzen, der Krone, dem Schlangentanz, dem Reifenschwinger und den Fasslschlagern. Wenn zum Abschluss die Kasperl Andi Gschaider oder Mich Kinnigkeit auf das Fassl steigen, wird mit einem Verserl der Tanzspender aufs Korn genommen.

 

Verschiedene Tanzfiguren haben dabei einen tieferen Sinn: So symbolisiert der Schlangentanz den Lindwurm, ein schlangen- und drachenartiges Fabelwesen, das im Mittelalter für den Ausbruch und die Verbreitung der Pest verantwortlich gemacht wurde.

 

Die wohl bekannteste Figur des Tanzes, die Krone, ist eine Ehrerweisung an Herzog Wilhelm IV., der 1517 der Münchner Schäfflerzunft erstmals das Recht verlieh, alle sieben Jahre den Tanz aufzuführen. Die wohl schwierigste Aufgabe bei dieser Figur wird dem Kronenträger Max Nitzl sen. zuteil. Auf engstem Raum trägt er in der Mitte der Tanzgruppe die Aufnahme für die Bögen. Wenn sich alle Schäffler eingereiht haben, hebt er die Mittelachse zu Vollendung der Figur an.

 

Die Figur des Hauses, am Anfang des Tanzes gilt als Symbol dafür, dass sich die Münchner Bürger während der Jahre der Pest im Mittelalter in ihren Häusern verschanzten und erst mit dem Auftritt der Schäffler wieder auf die Straßen gelockt wurden.

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